Auf der Anzeigetafel ist die Spielzeit abgelaufen. Die Damen von Rot-Weiß Köln sind Deutscher Hockeymeister 2007. Doch der Vollständigkeit halber müssen die Siegerinnen noch eine abschließende Laufstrecke ausführen. Als der Rüsselsheimer RK die Ecke abfängt und die Partie damit endgültig beendet ist, gibt es bei den Rot-Weißen kein Halten mehr: Hockeyschläger fliegen durch die Luft, kreischende Spielerinnen fallen über einander her. Auf dem Kunstrasen bildet sich ein einziges rot-weißes Knäuel. Zu den Klängen von 'Viva Colonia' liegen sich Rot-Weiß Trainerin Birgit Beyer und Team-Managerin Susanne Münchrath in den Armen. Zaghaft bewegt sich Beyer dann in Richtung des im Siegestaumel befindlichen Haufens. Als die Spielerinnen ihre Trainerin erblicken, ergeht eine kühle Dusche mit Eiswasser über die 39-Jährige. Sie geht zu Boden, wird von ihren Schützlingen begraben.

Die Kölnerinnen haben sich im 62. DM-Finale gegen Rüsselsheim mit 2:1 durchgesetzt und holen nach 1998 und 2003 zum dritten Mal den blauen Wimpel der Deutschen Feldhockeymeisterschaft. Ein wenig mitgenommen vom nervenaufreibenden Finale und dem feucht-fröhlichen Jubel lässt Beyer ihrer Begeisterung freien Lauf. "Super! Saugeil!", lauten ihre spontanen Gefühlsbekundungen. Neben der besseren Physis habe vor allem der unbändige Siegeswille ihres Teams den Titelgewinn ermöglicht. "Die Spielerinnen und ich hatten absolut keinen Zweifel an unserem Sieg. Dieser Wille war mir fast schon unheimlich", gesteht Beyer, nachdem ihr Team am Samstag im Halbfinale Eintracht Braunschweig durch ein Tor von Maike Stöckel mit 1:0 bezwungen hatte.

Eine Woche vor der DM-Endrunde hatte sich der gesamte Rot-Weiß-Kader in die Obhut des Mentaltrainers Dirk Griesdorn begeben. "Wir haben damit etwas ganz Anders ausprobiert. Und es hat sich als Volltreffer entpuppt", lobt Beyer die spezielle Methode der Vorbereitung.

Quelle: Kölnische Rundschau 9.Juli 2007

Einen weiteren Artikel über den Deutschen Meister RWKöln können Sie hier lesen.

 

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